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Der grosse Digitalkamera Ratgeber – Teil 1

Sie möchten sich eine Digitalkamera kaufen, aber wissen nicht genau wie sich die unzähligen Modelle auf dem Markt genau voneinander unterscheiden? Auf was soll man denn bei all diesen Spezifikationen und Modellen achten?
Gerne erleichtern wir Ihnen die Entscheidung für einen Kameratyp. Dabei setzen wir den Fokus ausschliesslich auf Digitalkameras, welche primär für die Fotografie vorgesehen sind. Also keine analogen Kameras, keine Camcorder und auch keine Action Cams. Auf diese Themen gehen wir gerne in einem weiteren Blog-Beitrag ein.

Kameratypen – Übersicht

Als erstes, möchten wir Ihnen eine kleine Übersicht mit auf den Weg geben. Was für (Digital-)Kameratypen gibt es überhaupt?

Digitalkameras können grob in zwei Gruppen eingeteilt werden – „mit fix verbautem Objektiv“ und „mit Wechselobjektiv“. Diese Gruppen können ihrerseits in zwei weitere Unterkategorien unterteilt werden:
Kompaktkameras und Bridgekameras sowie Spiegelreflexkameras und Systemkameras. Als eine Art Sonderform oder kleiner Bruder einer Kompaktkamera kann das Smartphone genannt werden. Warum das Smartphone innerhalb der Kompaktkameras nicht zu vernachlässigen ist, werden wir später erklären.Kameratypen

 

Kompaktkameras

Kompaktkameras sind, wie es der Name schon sagt kompakt und damit sehr praktisch zum Mitnehmen auf Ausflüge, Städtetrips und für spontane Schnappschüsse. Die Kategorie der Kompaktkameras kann weiter unterteilt werden in die folgenden drei Gruppen:

  1. Das Objektiv ist im Gehäuse verbaut. Beim ein- und ausschalten sowie beim Zoomen verändert sich die Form der Kamera nicht.
  2. Das Objektiv fährt ein und aus, wenn die Kamera an- oder abgeschaltet wird bzw. wenn gezoomt wird.
  3. Kamera hat eine fixe Brennweite und kann daher auch nicht zoomen.

Begriffserklärungen

Um allfälligen aufkommenden Fragen, Missverständnissen und Unklarheiten vorzubeugen werden hier noch einige Begriffe vereinfacht und verständlich erklärt.

Was bedeutet…

Brennweite?

Die Brennweite bezieht sich auf das Objektiv und gibt den Abstand zwischen der Linse und dem Brennpunkt (Sensor) in Millimetern an. Die Brennweite legt fest, wie gross der Bildausschnitt des Fotos sein wird. Je kleiner die Brennweite in mm, desto grösser der Bildausschnitt und umgekehrt.

Brennweitenbereich?

Die meisten Objektive und Kameras decken einen gewissen Brennweitenbereich ab, beispielsweise 24-70mm. Mit solchen Objektiven und Kameras kann also gezoomt werden.

Zoombereich & Zoomfaktor?

Der Zoombereich einer Kamera oder eines Objektivs kann dessen Brennweitenbereich gleichgestellt werden. Deckt die Kamera oder das Objektiv einen Brennweitenbereich von 24-70mm ab so hat sie/es auch einen Zoombereich von 24-70mm.
Auf Grund des Zoombereichs respektive Brennweitenbereichs kann der Zoomfaktor berechnet werden. Hierfür teilt man die minimale Brennweite durch die maximale Brennweite. Eine Kamera mit einem Brennweitenbereich von 24-70mm hat also einen Zoomfaktor von ca. 2.9x (70/24=2.917).

Lichtstärke?

Die Lichtstärke betrifft das Objektiv. Sie gibt Aufschluss darüber wie viel Licht ein Objektiv in der Lage ist durchzulassen. Man kann sich dies ein wenig wie die Pupille eines Auges vorstellen. Je dunkler es ist, umso grösser ist sie, je heller es ist, umso kleiner ist sie.
Spricht man nun von einem Lichtstarken Objektiv oder Objektiv mit einer hohen Lichtstärke heisst dies, dass das Objektiv viel Licht zum Sensor durchlassen kann. Dies bringt im Vergleich zu einem Objektiv mit geringer Lichtstärke hauptsächlich zwei Vorteile mit sich. Erstens ist die Bildqualität bei schwachem Licht besser und Zweitens kann ein fotografiertes Objekt besser in Szene gesetzt werden da man den Hintergrund verschwimmen lassen kann.
Die Lichtstärke wird beispielsweise mit f2.8 angegeben. Je kleiner die Zahl ist, umso höher ist die maximale Lichtstärke.

Bildsensor

Der Bildsensor ist die Oberfläche in der Kamera, auf die das Bild projiziert wird. Für die Qualität des Fotos spielen einerseits die Pixel eine Rolle und andererseits die Grösse des Sensors. Auch wenn zwei Kameras die gleiche Pixel-Anzahl haben, macht die Kamera mit dem grösseren Sensor vor allem bei schwierigen Lichtverhältnissen qualitativ hochwertigere Fotos.

Die gängigsten Sensorgrössen

Kompaktkameras

Kompaktkameras bei welchen das Objektiv im Gehäuse verbaut ist, sind klein, kompakt und haben keine Teile welche hervorstehen. Sie kommen sozusagen aus einem „Guss“. Da das Objektiv nicht ausfahren kann haben sie nur wenige bewegliche Teile was sie überdurchschnittlich robust macht. Viele sind bis zu einer gewissen tiefe gar wasserdicht und funktionieren bei Minustemperaturen tadellos. Sie sind also vor allem für Schnappschüsse am Strand, für die Skipiste oder sonstige Aktivitäten bei welchen es nass, kalt, schmutzig oder alles zusammen wird, geeignet. Da das Objektiv nur einen sehr kleinen Bewegungsspielraum zur Verfügung hat dürfen hier jedoch keine Zoomwunder erwartet werden.

NIKON Coolpix AW130 (Blue)
„Günstige“ Kompaktkameras sind sehr klein, kompakt, leicht und günstig. Preislich liegen sie zwischen CHF 80.- und CHF 200.-. Diese Kameras sind meist einfach verarbeitet und haben gegenüber Smartphones eigentlich nur noch einen markanten Vorteil, nämlich der optische Zoom. Kurz gesagt kann man ohne Qualitätsverlust heranzoomen was bei Smartphones nicht möglich ist da nur digital gezoomt wird. Der Zoomfaktor liegt meist im Bereich von 10x bis 12x. Viel mehr gibt es zu den „günstigen“ Kompaktkameras nicht zu sagen.
Sie sind vor allem für Leute geeignet welche nur gelegentlich einen Schnappschuss machen wollen und kein Smartphone besitzen.

SONY Cyber-shot DSC-W800 (Black)

Reisezoom-Kompaktkameras sind im Vergleich zu den „günstigen“ Kompaktkameras grösser, besser verarbeitet und verfügen über einen viel grösseren Zoombereich resp. Zoomfaktor. Dieser liegt meist zwischen 25x und 45x, daher auch die Bezeichnung Reisezoom. Diese Kameras sind kleine Allrounder und punkten vor allem mit ihrer Vielseitigkeit. Sie liefern gute Bildqualität und sind für den grossen Zoombereich den sie abdecken sehr kompakt.
Sie eigenen sich für jeden der auf Ausflügen oder Reisen nebst dem Smartphone doch noch gerne eine vielseitige kompakte Kamera zur Hand haben möchten. Sei es um hochwertige Bilder weitentfernter Motive zu machen oder um spezielle Momente und Erlebnisse nicht nur mit dem Smartphone festzuhalten.

CANON PowerShot SX620 HS (Red)

Premium-Kompaktkameras sind äusserlich kaum von Reisezoom-Kompaktkameras zu unterscheiden. Steht bei den Reisezoom-Kompaktkameras jedoch die Vielseitigkeit im Vordergrund ist es bei den Premium-Kompaktkameras die Bildqualität. In Ihnen werkelt meist ein vergleichsweise grosser 1-Zoll Sensor gepaart mit einem lichtstarken Objektiv. Dies bringt vor allem bei schwierigen Lichtverhältnissen Vorteile mit sich. So können auch in der Dämmerung oder bei Kerzenlicht noch rauscharme Bilder aufgenommen werden.
Die bessere Bildqualität geht vor allem auf Kosten der Brennweite resp. des Zooms.
Premium-Kompaktkameras eignen sich für Leute die hohe Ansprüche an die Bildqualität stellen, gerne auch mal bei schwierigen Lichtverhältnissen gute Bilder aufnehmen möchten und die Vielseitigkeit eines grossen Zoombereichs zweitrangig ist.

PANASONIC Lumix DMC-LX15

Kompaktkameras mit einer fixen Brennweite sind Exoten und meist nur bei Fotoenthusiasten anzutreffen. Diese Kameras zeichnen sich einerseits durch ihre Verarbeitungs- aber auch durch ihre Bildqualität aus. In ihnen ist entweder ein APS-C oder ein Vollformatsensor verbaut welche sonst nur in Spiegelreflex- und Systemkameras anzutreffen sind. Die verbauten Objektive sind grundsätzlich sehr hochwertig konstruiert, lichtstark und perfekt auf den Sensor abgestimmt. Dadurch wird eine herausragende Bildqualität erreicht.
Diese Kameras eigenen sich vor allem für Personen welche sich intensiver mit der Fotografie auseinandersetzen möchten

FUJIFILM X100F (Black)

Smartphones – Der kleine Bruder der Kompaktkamera

Spricht man von Digitalkameras denkt man nicht direkt an Smartphones. Smartphones sind Multifunktionsgeräte, zusammengewürfelt aus Mobiltelefon, Computer, Gameboy, Kamera und sonst noch so einigen Geräten. Sie sind also vieles, aber doch nichts richtig.
Warum Smartphones dennoch als Kameratyp ernstgenommen werden müssen, liegt an der unglaublichen Menge an Fotos, die heutzutage mit ihnen gemacht werden.

Fact

Im Jahr 2017 werden schätzungsweise 1.3 Billionen Fotos gemacht. Rechnet man dies auf den einzelnen Tag, ergibt dies rund 3.5 Milliarden Fotos pro Tag, 148 Millionen pro Stunde, 2.5 Millionen pro Minute und 41’000 pro Sekunde. Eine ganze Menge also. Von dieser unvorstellbaren Menge an Fotos werden rund 85% oder 1.1 Billionen mit dem Smartphone aufgenommen.
Smartphones können daher als eine Art kleiner Bruder der Kompaktkamera gesehen werden.

Vorteile:

  • Immer zur Hand/dabei
  • Bilder lassen sich sofort am Smartphone bearbeiten, verschicken und auf soziale Netzwerke hochladen

Nachteile:

  • Kleine Sensoren
  • Bildqualität reicht vor allem bei schlechten Lichtverhältnissen nicht an richtige Digitalkameras ran
  • Eher für Schnappschüsse geeignet, obwohl die Kameras in Smartphones immer besser werden

Bridgekameras

Der zweite Kameratyp in der Gruppe der Kameras mit verbautem Objektiv sind die Bridgekameras. Bridgekameras verfügen meist über einen deutlich höheren Zoombereich als Kompaktkameras (bei identischer Sensorgrösse), daher nimmt das Objektiv auch mehr Platz in Anspruch. Je nach Modell sind Bridgekameras gleich gross oder grösser als System- oder kleine Spiegelreflexkameras (die Kameras mit Wechselobjektiv werden in einem zweiten Blog-Beitrag genauer vorgestellt).
Bridgekameras schlagen die Brücke zwischen Kompaktkameras und Kameras mit Wechselobjektiven.
Was genau der Unterschied einer Bridgekamera zu einer Kompaktkamera ist, erklären wir Ihnen am besten anhand eines Beispiels. Vergleichen wir einige Eckdaten der Sony RX100 V und der Sony RX10 III, Sony’s Topmodellen im Kompakt- und Bridgekamerabereich.

RX100 V RX10 III
Beispielprodukt SONY Cyber-shot DSC-RX100 V SONY Cyber-shot DSC-RX10 Mark III
Kameratyp Kompaktkamera Bridgekamera
Sensorgrösse 1 Zoll 1 Zoll
Brennweite (KB-Äquivalent) 24 – 70mm 24 – 600mm
Zoomfaktor 2.9x 25x
Abmessungen (BxHxT) 101.6 x 58.1 x 41mm 132.5 x 94.0 x 127.4mm
Gewicht (inkl. Akku und Speicherkarte) Ca. 299 g Ca. 1095 g

 

Rein von den inneren Werten her, Objektiv aussenvor gelassen, sind die RX100 V und
RX10 III ziemlich ähnliche Kameras. In beiden Kameras ist der gleiche Sensor verbaut und wenn man die gleichen Einstellungen wählt kann ein nahezu identisches Bildresultat erwartet werden.
Der Hauptunterschied liegt, wie unschwer zu erkennen, vor allem im Objektiv welches über einen viel grösseren Brennweitenbereich verfügt. Das heisst, mit der RX10 III komme ich ca. 9x näher an mein Motiv heran, als mit der RX100 V.

Minimale Brennweite RX100 V und RX10 III
Minimale Brennweite RX100 V und RX10 III
Maximale Brennweite RX100 V
Maximale Brennweite RX100 V
Maximale Brennweite RX10 III
Maximale Brennweite RX10 III

Klar, das grössere Objektiv spiegelt sich in Grösse und Gewicht der Kamera wieder. Die Sony RX10 III ist jedoch ein Extremfall, es gibt auch wesentlich kleinere und leichtere Bridgekameras.
Mit Bridgekameras muss man sich im Vergleich zu Kameras mit Wechselobjektiven also nicht mit mehreren Objektiven rumschlagen und deckt dennoch einen enormen Zoombereich ab.

Fazit

Es gibt zwei Kamerafamilien. Einerseits diejenigen bei welchen das Objektiv fix verbaut ist, andererseits diejenigen mit Wechselobjektiv. In den beiden Familien gibt es wiederum Untergruppen welche jede ihre individuellen Eigenschaften, Stärken und Schwächen hat. Es gibt also nicht die perfekte Kamera. Bevor Sie sich eine Kamera zulegen sollten Sie sich daher überlegen auf was Sie Wert legen und was Sie hauptsächlich Fotografieren möchten. Ist Ihnen Vielseitigkeit wichtig? Legen Sie grossen Wert auf gute Bildqualität? Fotografieren Sie oft Motive welche weit entfernt sind? Muss die Kamera sehr robust sein? Muss die Kamera so kompakt wie möglich sein?

In der nachfolgenden Tabelle werden nochmals die wichtigsten Stärken und Schwächen der Kameras mit einem fix verbautem Objektiv aufgeführt.

Kompaktkamera bei welchen das Objektiv im Gehäuse verbaut ist Kompaktkamera mit Zoomobjektiv das ausfährt Kompaktkamera mit fixer Brennweite

Bridgekamera

Günstige Reisezoom Premium
Stärken Sehr robust

Klein und kompakt, aus einem „Guss“

Sehr klein und Kompakt

Günstig

Grosser Zoombereich

Verarbeitung

Vielseitigkeit

Kompaktheit

Bildqualität

Verarbeitung

Meist 1-Zoll Sensoren oder MFT

Lichtstarkes Objektiv

Kompaktheit

Bildqualität

Verarbeitung

APS-C oder Vollformat-Sensor

Lichtstarkes Objektiv

Abstimmung Objektiv – Sensor

Enormer Zoombereich

Schwächen Kleiner Zoombereich

1/2.3″ Sensor oder kleiner

Verarbeitung

Eher Lichtschwaches Objektiv

1/2.3″ Sensor oder kleiner

Eher Lichtschwaches Objektiv

Meist nur 1/2.3″ Sensor

Kleiner Zoombereich Preis

Kein Zoom

Grösse & Gewicht

Eher Lichtschwaches Objektiv

(2)

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