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Google I/O – Die Zukunft ist heute

Sundar PichaiMountain View, USA, 10 Uhr morgens. Mehrere tausend Entwickler, Geeks und Journalisten haben sich in einem sonnigen Amphitheater versammelt. Das ganze Gelände des gewaltigen Moscone Center wird von Google Logos gesäumt und zahlreiche Kongressgebäude, Stände und Bühnen sind Googles neuen Entwicklungen gewidmet.

Die Entwicklerkonferenz Google I/O dauert vom 17. Bis zum 19. Mai und bietet nebst dem grossen Keynote zahlreiche Sitzungen für Interessierte, die die vorgestellten Themen vertiefen. Für nur 5000 Entwickler ein derart grosses Gelände drei Tage zu mieten, mag übertrieben klingen. Allerdings ist Google viel mehr als nur eine Suchmaschine. Google ist eine künstliche Intelligenz, ein Labor und ein Soft- und Hardwareentwickler in einem. Manche behaupten sogar Google sei die digitale Revolution. Tatsächlich erinnern die neuen Entwicklungen schon fast an Skynet aus Terminator – nur deutlich freundlicher.

Die wichtigsten Themen des Keynotes werden wir Ihnen nun zusammenfassen:

Künstliche Intelligenz (KI)

Der Einstieg in das Keynote begann äusserst wissenschaftlich. So sehr, dass man sich fragen könnte, ob man wirklich Googles Keynote schaut. Der Host, CEO Sundar Pichai, feierte erst das Erreichen einer Milliarde Nutzer von Google Diensten und insbesondere zwei Milliarden aktive Android-Geräte. Danach begann er, über die Computerwissenschaften des Tech Giganten zu sprechen, die helfen die Daten der Welt zu ordnen.
Zuversichtlich meinte Sundar, Mobile First sei von Gestern. Ab Morgen heisst es AI First (KI zuerst). Menschen stehen nun intuitivere Arten zur Verfügung, um mit Computern zu kommunizieren. Der neue Dienst Google Lens erkennt beispielsweise, worauf die Kamera gerichtet ist und kann Ihnen Informationen dazu ausgeben. Wenn Sie Google Lens auf eine Blume richten, werden Ihnen passende Suchergebnisse angezeigt und wenn sie es auf ein Wi-Fi Passwort richten, verbindet Google Lens Sie mit dem jeweiligen Netzwerk. Das heisst: Die Google Suchmaschine kann nicht nur mit Text und Sprache bedient werden, sondern neu auch mit der Kamera.Google Lens

Bilderkennung grafikDiese Bedienung wird mit Deep Learning ermöglicht. Deep Learning ist ein langer Prozess, der die KI in einem Training mit gewaltigen Mengen an Daten füttert. Um diesen Prozess um ein Vielfaches zu verkürzen, entwickelte Google den TPU, eine Art Prozessor, der auf das Trainieren von Maschinen spezialisiert ist. Diese TPU werden ein Teil von Datencentern und machen Maschinentraining für Entwickler der ganzen Welt verfügbar.

Sundar erwähnte auch die Möglichkeiten, die die Technologie im medizinischen Bereich eröffnet. Eine KI wurde auf die Entdeckung von sich ausbreitenden Brustkrebs-Zellen geschult und war dabei 80% genauer als ein durchschnittlicher Arzt.

Google Assistant / Google Home

Google Assistant BestellungEines der wichtigsten Ergebnisse dieser Forschungen sind der Sprachassistent auf Android Geräten und das hauseigene Smarthome-System. Das Team nutzte all sein Know-How über KI, um Google Assistant konstant zu verbessern. Die KI fühlt sich nun viel mehr wie eine echte Person an. Sie denkt und spricht wie ein Mensch und wird in Zukunft auch die Inputs von Google Lens nutzen können. Man kann den Assistant nun über Sprache, Bild und Text steuern. Ausserdem wird er besser mit allen anderen smarten Geräten und Apps von Drittanbietern verknüpft und ist nun auch auf iOS verfügbar.

Auch der Papierkram und Bestellungen werden mit Google Assistant einfacher. Lieferservices können beispielsweise direkt in der App angesprochen, die Auswahl getroffen, die Adresse bestätigt und die Zahlung mit dem Fingerabdruck getätigt werden.

Ähnliche Verbesserungen wurden an Google Home vorgenommen. Die Person, die Home anspricht, wird über die Stimme identifiziert und die Ergebnisse dementsprechend personalisiert. Beispielsweise weiss das System, welche Nummer es anrufen muss, wenn die Rede von „Mum“ ist. Oder es informiert die richtige Person darüber, dass es Stau gibt und sie früher gehen muss, um rechtzeitig zu ihrem Termin zu erscheinen. Zusätzlich wurden zahlreiche Partnerschaften mit Drittanbietern wie Spotify angekündigt.

 

Google Produkte und Dienste

 

Auch wenn ich zu gerne noch viel mehr zu den zahlreichen Funktionen schreiben würde, die KI ermöglicht, haben wir Ihnen eine Zusammenfassung versprochen. Also werde ich die im Keynote besprochenen Änderungen zu Google Diensten in Bullet Points fortführen, um nicht den Rahmen zu sprengen.

Android Multitasking

 

Android (Version Android O)

  • Google Assistant läuft nun auch auf Android TV.
  • Chromebooks unterstützen nun Android Apps.
  • Multitasking mit „Picture-in-Picture“ ermöglicht die Darstellung einer offenen App in einer Ecke des Bildschirms. So Sie so etwas auf Wikipedia suchen, während Youtube läuft.
  • Notifikationen von Apps werden auch auf dem Icon der App mit einem kleinen Punkt angezeigt. Durch langes Tippen kann sie angesehen werden.
  • Auto-Fill Funktion wurde verbessert und erleichtert die Inbetriebnahme eines neuen Geräts.
  • Textauswahl wurde verbessert und mit Vorschlägen versehen.
  • Massnahmen für Sicherheit und OS Optimierungen mit KI verbessert. Das Gerät soll damit stabiler und schneller laufen und Malware entdeckt werden.
  • Für App Entwickler: Mit Kotlin wird in Android O eine neue Programmiersprache möglich.

 

Android Go (Neu)

  • Android GOEine Version von Android O speziell für Entwicklungsländer, das günstigere Geräte leistungsfähiger machen soll.
  • Mobilfunkdaten werden mit Bedacht genutzt und ein sorgfältiges Management wird ermöglicht. So können Youtube Videos im Voraus geladen werden und später,wenn Daten verfügbar sind, angesehen werden.
  • Verbesserung anderer Alphabete als das Lateinische und Einbindung von Translate in die Bildschirmtastatur.

 

Google Photos

  • Kann in Zukunft Makel auf Fotos entfernen. Z.B. Bildrauschen oder Zaunmaschen im Vordergrund.
  • Eine Suchfunktion, die passende Ergebnisse basierend auf Gesichtserkennung und GPS filtert. Z.B. Wird die Suche „Michael Eiffelturm“ Fotos ausgeben, wo ein Kontakt namens Michael am Eiffelturm zu sehen ist.
  • Best-of Alben, die schlecht belichtete, repetitive und unscharfe Fotos herausfiltern.
  • Vorschläge zum automatischen Sharing, gute Fotos von Freunden werden über die App, SMS oder Mail an die Betreffenden verschickt. Diese können dann ihre Fotos vom gleichen Event zurücksenden und eine gemeinsame Bibliothek des Events wird erstellt. (Dank der KI können geteilte Bibliotheken auch Fotos bestimmter Personen oder Themen gewidmet sein.)
  • Verknüpfung mit Google Lens, um Fotos zu identifizieren und Informationen darüberFoto Gesichtserkennungauszugeben.
  • Photo Books nutzt die KI Funktionen von Google Photos und generiert Fotoalben, die einige Tage später per Post eintreffen (vorerst nur in USA).

 

Youtube

  • Verbesserte App für Smart TVs und Konsolen ermöglicht unter anderem 360° Videosteuerung mit der Fernbedienung.
  • SuperChat ist eine neue Funktion für Livestreams, die Spenden an den Uploader zusammen mit einem Kommentar ermöglicht, der an den Live-Chat angepinnt wird. Diese Spende kann sogar smarte Geräte in der Nähe des Uploaders steuern.

 

VR / AR

  • Daydream (Android App für VR) wird mit mehr Geräten und Softwares kompatibel
  • Nebst Daydream View, ein VR Headset, das zusammen mit einem Android Smartphone genutzt wird, arbeitet Google auch an einem Standalone VR Headset, das ganz ohne Input Gerät auskommt und bestens für Augmented Reality geeignet ist.
  • AR (Augmented Reality) wird mit VPS (Visual Positioning Service) verbessert. Eine Art GPS für Innenräume, wo die Kamera anhand visueller Anhaltspunkte nach Objekten suchen kann.Augmented Reality

 

Google Jobs (Neu)

  • Neue Google Suchfunktion, die das Suchen von Arbeit über Google vereinfachen soll. Partnerschaften mit diversen Firmen wie Linked In und Facebook ermöglichen Ihnen die relevantesten Ergebnisse schnell anzuzeigen.

 

Fazit

 

Während dem ganzen I/O Keynote war Maschinentraining, Künstliche Intelligenz und Vernetzung ein immer wiederkehrendes Thema. „AI first“, sagte Sundar Pichai. KI steht an erster Stelle. Es scheint, als wären Smart-Technologien, VR und AR viel mehr als nur kurzweilige Trends. Mit zahlreichen Erwähnungen von maschinellem Lernen in medizinischen und wissenschaftlichen Bereichen erweckte Google während der Präsentation einen wohlwollenden, zukunftsorientierten Eindruck. Dienste wie Augmented Reality, die für die Führung von Blinden verwendet wird, oder Google Jobs, die das Finden von Arbeit erleichtern soll, sind alles gute Ideen.
Ich persönlich fand aber den Mangel an Änderungen in Youtube etwas enttäuschend und vermisste auch eine Erwähnung von Googles Datenschutz oder dem selbstfahrenden Auto. Aber noch will das nichts heissen. Die Google I/O dauert heute und morgen weiter an und könnte noch viele weitere interessante Details vorbringen.

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