Western Digital My Cloud Home Duo: Daten zentral bereitstellen

Im digitalen Zuhause wachsen die Datenmengen – es gibt immer mehr Fotos, Musikdateien, Videos und Dokumente, die gespeichert werden wollen. Nicht nur die ganze Familie soll darauf zugreifen können, der Zugriff soll sogar von außerhalb der eigenen Räumlichkeiten mit einer Vielzahl unterschiedlicher Geräte möglich sein. Das können Desktop-PCs und Notebooks sein, aber auch Tablets, Smartphones, externe Medienplayer und Smart-TVs.

Ein solches als NAS (Network Attached Storage) bezeichnetes zentrales Speichermedium für den privaten Einsatz ist die „WD My Cloud Home Duo“ an. Das Gerät wird festverkabelt mit einem WLAN-Router oder einem Netzwerk-Switch verbunden, konfiguriert und mit Daten befüllt. Anschließend greifen Sie im Heimnetzwerk und übers Internet von unterwegs aus auf alle Inhalte zu. Das gelingt in der Praxis tatsächlich schneller und einfacher, als es mit NAS-Systemen anderer Hersteller möglich ist.

 

Ein erster Blick nach dem Auspacken

Nach dem Auspacken der Western Digital My Cloud Home Duo nehmen wir das Gerät in unserer 8-Terabyte-Konfiguration erst mal genauer unter die Lupe. Der Speicherklotz ist optisch zweigeteilt: Der untere Block ist hellgrau mit einem Muster versehen, der Block darüber ist weiß mit einem geprägten WD-Logo. Mit seinen Abmessungen von rund 18 x 10 x 16 cm (Höhe x Breite x Tiefe) findet My Cloud Home Duo auf dem Schreibtisch oder im Regal gut Platz.

An der Vorderseite gibt es weder Schalter noch Leuchten – das ist ungewohnt, wenn man die Geräte anderer Hersteller wie Synology oder Qnap kennt. An der Rückseite befinden sich der Stromanschluss, ein Gigabit-Netzwerkanschluss und zwei USB-3.0-Ports. Nicht auf den ersten Blick als solchen erkennbar, gibt es an der Rückseite auch einen schmalen Ein-/Ausschalter, der nur wenig aus dem Gehäuse heraussteht. Oberhalb der USB-Ports ist noch eine Reset-Taste zu finden. Diese winzige, eingesenkte Taste kann mit einer Büroklammer oder einem ähnlichen spitzen Gegenstand betätigt werden, um die My Cloud Home neu zu starten, die Berechtigungen zu ändern und ein komplettes Zurücksetzen in den Auslieferungszustand zu erzwingen. Doch Vorsicht – dabei werden alle Daten und Konfigurationseinstellungen gelöscht.

 

Mehr Sicherheit mit NAS-Festplatten und RAID

Im Inneren befinden sich beim Modell Home Duo zwei Festplatten vom Typ WD Red. Dabei handelt es sich um spezielle NAS-Festplatten, die aufgrund ihrer Bauart für einen Rund-um-die-Uhr-Dauerbetrieb ausgelegt sind. Laut Hersteller Western Digital sind die WD-Red-Festplatten so konstruiert, dass sie kühl und leise laufen. Zudem sollen spezielle Mechanismen zur Fehlerbehebung helfen, Ausfälle des NAS-Systems zu reduzieren.

Das sorgt für Sicherheit – ebenso wie die Festplattenkonfiguration im RAID-Verbund. In diesem Spiegel-Modus werden alle Dateien der ersten Platte automatisch und ohne Zutun des Nutzers auch auf der zweiten Festplatte gesichert. Sollte nun eine Festplatte ausfallen, sind die Daten nicht verloren und stehen immer noch zur Verfügung.

Wichtig an dieser Stelle: Die angegebene Speicherkapazität von acht Terabyte (8 TB) bezieht sich immer auf beide Festplatten. Effektiv nutzbar ist im RAID-Modus lediglich die Hälfte des Gesamtspeichers, also bei unserem Modell vier Terabyte. Wer den vollen Speicherplatz möchte, der schaltet in den Geräteeinstellungen auf JBOD (Just a Bunch of Disks) um. Zu empfehlen ist das jedoch nicht. Würde dann eine Festplatte ausfallen, wären alle Daten verloren.

 

My Cloud Home Duo aufstellen und anschließen

Bevor es tatsächlich losgehen kann, tauschen wir den am Netzteil aufgebrachten NEMA-Stecker gegen den in Europa gebräuchlichen Schuko-Stecker aus, der mitgeliefert wird. Anschließend stellen wir den kompakten Klotz neben unseren Asus-Router RT-AC66U und verbinden die beiden Geräte mithilfe des mitgelieferten Netzwerkkabels. Das ist rund 125 cm lang, sodass die beiden Geräte auch etwas Abstand zueinander haben können.

Nach dem Herstellen der Stromversorgung fährt die Western Digital My Cloud Home Duo hoch – begleitet von einem unüberhörbaren Lüftergeräusch. Das ist allerdings nur kurz zu hören, danach ist der Kasten nahezu lautlos. Eine schmale LED zwischen dem oberen und dem unteren Block leuchtet in weißer Farbe und zeigt durch Blinken in unterschiedlichen Intervallen die einzelnen Systemzustände an. Ist alles in Ordnung, leuchtet die LED durchgängig.

So gelingt die Erstkonfiguration im Heimnetzwerk

Für die Ersteinrichtung der My Cloud Home Duo starten wir am Windows-PC bei aktiver Internetverbindung Google Chrome als Webbrowser und tippen „mycloud.com/hello“ in das Adressfeld ein. Alternativ lassen sich auch Internet Explorer, Edge, Firefox oder Opera als Browser verwenden. Auf der Webseite erstellen wir ein My-Cloud-Home-Konto, indem wir Name, Mail-Adresse sowie Passwort eintragen und auf den Button „Konto erstellen“ klicken. Augenblicke später landet eine Bestätigungsmail im Postfach und die My Cloud Home Duo wird im Netzwerk gefunden.

Weiter geht es mit einem Klick auf „Verbinden“. In der Web-Oberfläche lassen sich nun neue Ordner mit einem Rechtsklick anlegen und Dateien hochladen. Gut: Fotos landen in einem Extra-Ansichten-Ordner und können in einer Art Galerie durchgeklickt werden.

Auf eine Rechtefreigabe wie sie andere NAS-Systeme bieten, verzichtet Western Digital. Der Ersteinrichter ist quasi der Administrator und kann andere Anwender über die App zur Nutzung der My Cloud Home einladen oder sie davon entfernen. Sobald eine Einladung an eine Mail-Adresse verschickt wurde, kann der Empfänger ein eigenes My-Cloud-Konto einrichten, um auf das Gerät zuzugreifen.

 

Komfortabler Zugriff per WD-Apps vom PC aus

Damit es mit mehr Komfort bei der Bedienung des Netzwerkspeichers weitergehen kann, laden wir die Desktop-App „WD Discovery“ für Windows 7, 8.1 und 10 herunter. Nach der schnell erledigten Installation und dem ersten Start melden wir uns mit den Zugangsdaten am My-Cloud-Konto an. Die Schnelleinführung zeigt in drei Schritten die wesentlichen Funktionen, danach lässt sich die im lokalen Netzwerk verbundene My Cloud Home Duo per Doppelklick im Windows Explorer öffnen. Automatisch wird der WD-Speicher permanent ins System eingebunden und mit dem Laufwerksbuchstaben Z gemappt. Die Nutzung unterscheidet sich nicht von internen Datenträgern und externen Speichermedien. So steht die My Cloud Home Duo auch als Speicherziel in Anwendungen wie Word und Excel zur Verfügung.

 

Automatische Datensicherung von Smartphone und Tablet

Die Gratis-Apps für iPhone und iPad sowie Android-Smartphones und -Tablets ermöglichen den leichten Zugriff auf die My Cloud Home Duo. Der Speicher wird in der App nach der Anmeldung mit Mail-Adresse und Passwort am My-Cloud-Konto gefunden. Wichtig ist die erste Frage, ob die automatische Datensicherung eingeschaltet werden soll. Dann werden alle relevanten Inhalte wie Fotos und Videos selbsttätig auf die My Cloud Home Duo hochgeladen – übrigens auch bei einer mobilen Datenverbindung und im Hintergrund, wenn man das möchte.

So landen etwa Urlaubsfotos immer direkt in einem eigenen Ordner auf dem persönlichen Cloud-Speicher und können sofort mit Freunden und innerhalb der Familie geteilt werden. Umgekehrt stehen die Inhalte der My Cloud Home Duo auch auf dem Smartphone und Tablet zur Verfügung, wenn beispielsweise die Fotos der letzten Familienfeier angesehen werden sollen. Ebenso einfach gelingt das Überspielen vom USB-Stick und externen Festplatten: Einfach den Speicherstick in einem der beiden USB-Ports an der Rückseite des My Cloud Home Duo einstecken und schon werden die Inhalte übertragen.

 

Videos und Musik speichern und abspielen

Damit die My Cloud Home Duo als Medien-Server zur Verfügung steht, muss zuvor der bewährte Mediaplayer Plex eingeschaltet werden – entweder über die Web-Konfiguration oder innerhalb der App auf dem Smartphone bzw. Tablet (jeweils unter „Services“). Automatisch wird dann ein Plex-Ordner angelegt. Damit aufgenommene TV-Serien und selbstgedrehte Videos sowie Musikdateien auf einem Smart-TV, einem Media-Player oder einem Tablet abgespielt werden können, ziehen wir Videos und Musik einfach in den neu erstellten Plex-Ordner.

Ist Plex aktiviert, folgt die Konfiguration mit der Registrierung. Die Server-Einrichtung von Plex ist einfach – wir bestätigen lediglich mehrmals den Button „Weiter“ und „Fertig“. Danach wird die My Cloud Home Duo auf unterstützte Mediendateien gescannt, die im Anschluss zum Aufrufen im Player zur Verfügung stehen.

 

Fazit: Einfachheit ist Trumpf

My Cloud Home Duo ist eine gute Lösung für das eigene private Heimnetzwerk, um Dateien in der Familie zu teilen oder Freunden selbstgedrehte Videos der letzten Gartenparty zugänglich zu machen. Die Einrichtung ist einfach und selbst für Laien schnell erledigt. Gut gefallen uns die App und die Möglichkeit, Dateien automatisiert vom Smartphone und Tablet zu sichern. Zudem gibt uns die My Cloud Home Duo mit ihren zwei NAS-Festplatten und der automatischen Spiegelung der Daten ein sicheres Gefühl, dass wichtige Dokumente und lieb gewonnene Fotos nicht verloren gehen können.

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